In einem Arbeiterviertel in Nottingham wurde 2009 „The Meat Factory“ fertig gestellt. Das Wohnhaus wird für Marsh Architekten ähnlich wichtig sein, wie für Frank Gehry sein eigenes Wohnhaus. Es zelebriert mit Lust eine zukunftsfähige Ästhetik: mit direkt eingesetzten Materialien, vom Lehm über Polycarbonatplatten bis zu Cortenstahl, mit wohl überlegtem Licht- und differenziertem Lüftungskonzept. Die Räume sind abwechslungsreich, mitunter multifunktional und wirken luxuriöser als sie sind. Details wie Wasser in PET-Flaschen, temporär abtrennbare Bereiche oder die Komposttoilette belegen, dass man auch mit Low-tec ökologisch sehr weit kommt. Neben den bekannten ökologischen Kriterien, werden auch Erfahrungen mit neuen gesammelt. Der Betrieb des Gebäudes wird wissenschaftlich begleitet und optimiert. Nottingham und Sheffield Hallam Universitäten arbeiten an Studien.

Komponenten:

Passive Energiekomponenten, Niedrigenergietechnologien
• Vier unterschiedlich besonnte Bereiche, natürlich belüftet, mit nächtlicher Kühlungsmöglichkeit
• Baumaterialien, die wenig Energie binden wie Holz für die Tragstruktur und solche, die gut Wärme speichern wie Beton für Böden und Decken sowie variabel speicherfähige Wänden durch Wasser und Phase Changing Material (PCM).
• Pflanzen spenden im Sommer Schatten.
• Zonierte Bereiche, die innen liegenden sind warm, nach außen werden sie immer kühler.
• Belichtung: Durchdachtes natürliches Belichtungskonzept u.a. mit durchscheinender Fassade. Für nachts energiesparende Leuchtmittel wie LEDs. Gänge sind mit Bewegungssensoren ausgestattet.
• Energieeffiziente Elektrogeräte, Verzicht auf Kühlschrank, Geschirrspüler und Trockner
• Strom vom Ökostromanbieter

Aktive Energiekomponenten
• Photovoltaikanlage, die den ganzen benötigten Strom erzeugt.
• Solarthermie – Flachkollektoren für Sommer
• Grundwasserwärmepumpe
• Holzofen im Zentrum des Hauses
• Lüftungsanlage mit Wärmetauscher

Nahezu autonome Wasserversorgung
• Regenwasser wird aufbereitet (UV behandelt) und für alles verwendet, außer für Trinkwasser.
• Grundwasser wird für den Garten verwendet
• Wasserreduzierung wo möglich: im Badezimmer durchfluss reduzierte Toilettenspülung. Die Haupttoilette ist eine wasserfreie Komposttoilette. Wassersparende Armaturen.

Bilder: Hannah Marsh and Atul Lakra
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