Willkommen zu einer partizipativen Geschichte – eine Textbaustelle über das Bauhäusle. Spass stand am Anfang dieser Baustelle. Denn vor fast zwei Jahrzehntenhat habe ich in diesem heimeligen Wohnheim aus Holz als Architekturstudent logiert. Während die anderen Studenten über die Straße in übereinandergestapelten Schuhschachteln aus Beton hausen mussten.

Damals träumte ich davon, über diesen einmaligen Ort und seine Gemeinschaft zu schreiben. Die WG-Atmosphäre hat die SZ ganz schön herausgearbeitet.

Meine TExtbaustelle muss jetzt noch abgeschlossen werden. Mithilfe ist möglich und erwünscht ;-), bitte mir mailen.

Konzept: 30 Jahre selbst Bauen

Eingang im Frühling Das Bauhäusle kann durchaus das Stuttgarter Bauhaus genannt werden. Die ästhetischen Ideale des Bauhauses sind hier mindestens ansatzweise vertreten. Vor allem das Handwerkliche wird hier praktiziert. Nur mit Baubiologie hatte es erst einmal scheinbar nichts zu tun. Die war im Planungsjahr 1981 nicht nur an Universitäten kaum bekannt. Damals hatte der federführende Planer des Bauhäusles eine Professur für Baukonstruktion. Er sollte eigentlich Raumelemente aus Plastik planen – das hielt man damals für einfach chic und zudem furchtbar praktisch. Wie zum Ausgleich initiierte Peter Hübner das Bauhäusle (mit Nasszellen aus Plastik). Und nach 30 Jahren ist er zum Erbauer der größten partizipativen Gebäude und Siedlungen in Europa avanciert – meist Holzbauten.

Interview über Partizipation mit Prof. Hübner in einem Artikel in der SZ. In „Bürgerbeteiligung ist machbar“ hat er sich auch im Rahmen von S21 zu Wort gemeldet.

Buchvorstellung: Peter Blundell Jones – Peter Hübner – Bauen als ein sozialer Prozeß.

Das Bauhäusle war und ist ein Ort mit Identifikationskraft, der gemeinsam geplant und gebaut wurde. Heute leben 30 Studenten hier, feiern und bauen weiter.

Internetseite: http://www.bauhaeusle.de/

Auszug – Vielen Dank an das Bauhäusleteam – :

1981 wurde der Grundstein für ein bisher einmaliges Experiment gelegt. Etwa 250 Anfänger des Architekturstudiums errichteten unter der Leitung der Professoren Peter Sulzer und Peter Hübner eine kleine Wohnsiedlung. Eigentlich war die ganze Sache nur als eine normale theoretische Erstsemesterarbeit gedacht: Lernen durch eigenes Phantasieren, Planen und Entwerfen. Dann kam jedoch die entscheidende Frage auf: “Warum bauen wir denn das Projekt nicht, und zwar für uns selbst, fehlt es denn nicht – und besonders für die Studienanfänger – an Zimmern?” Kurze Zeit später hatten die zwei Professoren, sowie sieben weitere akademische Mitarbeiter des Lehrstuhls, ganz andere neue Aufgaben zu ihrem alltäglichen Unitrott zu erledigen. Sie wurden zu Projektmanagern, Architekten, Bauleitern und mussten sich natürlich auch um die nötigen Mittel (Material/Geld), größtenteils durch Sponsoring, kümmern. Großzügig spendeten zahlreiche Bau- und Industriefirmen, Banken und Architekturbüros.

DesignBuilt
Das Resultat war eine einzigartige Verbindung aus Lehre und Praxis. So etwas hatte es bisher nicht gegeben. Heute heißt diese Art und Weise auszubilden „DesignBuilt“. Die Studenten waren dazu aufgerufen, sich im Ausdenken und Formulieren von Innenräumen zu üben und diese auf den Außenraum abzustimmen. In dem Projekt ging es ausdrücklich nicht um das Erfinden neuer Architektur. Dies war jedoch, wie sich bald zeigte, ein unmöglicher Verzicht. Gleich am Eingang steht der “Camembert” – geradezu paridigmatisch für eine Ökobude. Da gab es alles, was beim Bauen Arbeit machte. Naturholzstütze, Gaudi-mäßige Böden, Recycling und und und.

Durch einen Vermessugnsfehler kam es auch zu außergewöhnlichen, mitunter waghalsigen Konstruktionen – das paraboloid, doppelt gekrümmte Dach ist eine, die wunderschöne “Tonne” eine andere.
Am 4. Juli 1981 war es dann soweit, der Grundstein wurde gelegt. Kurz darauf wurde mit dem eigentlichen Bau begonnen und Ende Oktober wurde bereits das Gemeinschaftshaus errichtet. Für die an den zentralen Baukomplex anschließenden einzelnen Wohnhäuser bildeten sich jeweils Teams von 10-12 Personen, die nun ihren eigenen Einfallsreichtum verwirklichen konnten. Außer einem Komplex, welcher von einer Oberstufengruppe realisiert wurde, handelte es sich nur um Erstsemster, die mit Hilfe ihrer Professoren ihre Ideen verwirklichten. Die “Windmühle” der Oberstufengruppe war damals durchaus radikal. Sie war Bild des geordneten Ökobaus für die späten 80er und 90er. Ein paar alte Bauhasen schätzen diese inzwischen zum Abziehbild verkommene Ästhetik heute immer noch.

Gebaut wurde in der vorlesungsfreien Zeit, an Wochenenden und Feierabenden, bis es schließlich 1983 seinen stolzen Erbauern als richtige Wohnung dienen konnte. Um seinem Namen alle Ehre zu machen wird bis heute an dem Haus gewerkelt, seien es nötige Renovierungsarbeiten, Dachterassen oder einfach nur neue Sitztgarnituren im Garten. Zu tun ist immer etwas und jeder der hier wohnt, kann und darf seinem eigenen Erfindergeist und handwerklichen Geschick (fast) freien Lauf lassen. Das ist doch baubiologisch.